Irgendwann kommt für die meisten Menschen der Tag, an dem sie die eigenen vier Wände verlassen müssen, weil sie aus Altersgründen nicht mehr in der Lage sind, sich selbst zu versorgen. Auch für die Angehörigen ist dies meist ein schwerer Schritt. Die Frage, in welchem Altersheim sie ihre Eltern oder Angehörigen unterbringen sollen, ist nicht einfach zu beantworten. Zum einen sollen die alten Menschen eine Umgebung vorfinden, in der sie sich wohlfühlen und die Dinge, die sie noch selbst bewältigen können, auch tun können. Zum anderen sollen sie die notwendige Pflege und Unterstützung für ihren Alltag bekommen. Ein gutes Heim zu finden, ist deshalb nicht so einfach, vor allem, wenn die finanziellen Mittel eingeschränkt sind.
Von besonderer Bedeutung sind die Zimmer, in denen die Bewohner untergebracht werden. Die meisten Menschen würden lieber in einem Einzelzimmer wohnen, häufig jedoch sind die Zimmer mit zwei Personen belegt. Eine Toilette und Waschgelegenheit sollte direkt am Zimmer vorhanden sein, denn für jeden Toilettengang über den ganzen Flur laufen zu müssen, kann sehr unangenehm sein. Mit der Heimleitung sind folgende Fragen zu klären: Dürfen die Bewohner eigene Möbel mitbringen, kann ein DVD Player oder ein Radioangeschlossen werden, dürfen eigene Bilder an die Wände gehängt werden? Ist das Zimmer groß genug, um neben einem Krankenbett auch Schrank, Tisch, Stühlen und Fernsehapparat Platz zu bieten? Gibt es einen Stellplatz für den Rollator oder Rollstuhl? Ein gutes Heim ist mit großzügigen Zimmern, die wohnlich eingerichtet werden können, ausgestattet. Auch die sanitären Anlagen und die Pflegeeinrichtungen für bettlägerige Patienten sollten in Augenschein genommen werden. Sind sie sauber, zweckmäßig und sind die Geräte auf neuestem Stand der Technik?
Bei einem Rundgang ist auf die Heimbewohner zu achten. Wirken sie gepflegt, sind sie sauber angezogen? Haben Angehörige jederzeit Zutritt zum Heim, um die Eltern zu sehen? Gibt es Aufenthaltsräume, in den die Bewohner sich treffen können, in denen mit ihnen gesungen und gespielt wird. Gibt es ein Fernsehzimmer mitDVD Player, in dem gemeinsam alte Filme angeschaut werden können oder ein Radio, mit dem Musik gehört werden kann? Die Gänge eines gut ausgestatteten Heimes sollten hell und so breit sein, dass auch gehbehinderte Menschen im Rollstuhl sich ungehindert im Haus bewegen können. An den Eingängen ermöglichen Rampen einen ungehinderten Zugang für Rollstühle oder Rollatoren. Eine freundliche Ausstattung mit Bildern an den Wänden und Pflanzen an den Fenstern lässt auf ein gut geführtes Heim schließen.

Leider ist nur allzu oft von Altersheimen zu hören oder lesen, die ihre Bewohner nur unzureichend betreuen und sie mit Medikamenten ruhigstellen. Die pflegebedürftigen Menschen werden angeschrien und ihre Privatsphäre häufig verletzt. Sogar von Misshandlungen ist gelegentlich die Rede. Heime mit Pflegefehlern sind unter anderem am Geruch in den Fluren zu erkennen. Wenn inkontinente Bewohner nicht häufig genug gereinigt werden, breitet sich schnell ein unangenehmer Geruch im ganzen Haus aus. Sind außerhalb der Malzeiten oder Mittagspausen kaum Bewohner im Heim zu sehen, kann das auch ein schlechtes Zeichen sein. In solchen Fällen sollten mehrmalige Besuche zu unterschiedlichen Tageszeiten stattfinden.
Ein ganz wichtiges Kriterium für die Wahl des richtigen Heims ist die Versorgung mit Essen. Gerade das Essen ist eines der letzten Vergnügen von alten Menschen. Ein Blick in die Küche zeigt, ob diese gut ausgestattet und sauber ist, und auch der Speiseplan verrät, ob gesundes, altersgerechtes Essen angeboten wird.